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Ein Kooperationsprojekt zur EMSCHERKUNST.2010 zwischen
der Kunstakademie Münster und der Wartburg-Grundschule
Unter der Projektleitung von Antje Dalbkermeyer, Kunstakademie Münster und Jutta Seiling, Wartburg-Grundschule Münster, haben sechs Kunststudentinnen mit rund 60 Kindern und ihren Pädagoginnen im Rahmen eines vierwöchigen Reiseprojekts eine gemeinsame Kunstreise angetreten.
Mit zwei Schulklassen aus der gemischten Jahrgangsstufe 1/2 waren sie an vier Vormittagen auf verschiedenen Wegen zu ganz unterschiedlichen Orten unterwegs.
Wie und womit bewegen wir uns von Münster in Richtung Ruhrgebiet?
Dieser Kulturforscherauftrag zum Erfinden von Wegstrecken und Reisearten stand im Mittelpunkt der künstlerischen Überlegungen im Rahmen der Projekttage.
Als Vorspann zur ästhetischen Praxis gab es eine Exkursion zu Ludger Gerdes' Installation "Ein Schiff für Münster" von 1987. Diese Kunstrezeption vor Ort ermöglichte den Kindern eine aktive Zugangsform zur Kunst im öffentlichen Raum. Die Aktion „Schiffbruch mit Publikum“ verweist auf eine studentische Kapitänin, die mit ihrem Frachtschiff gestrandet ist. Sie erzählt den Kindern die Geschichte über ihre Reise - woher sie kommt, was sie an Fracht geladen hat und wohin sie eigentlich weiterfahren wollte. Sie bittet die Kinder um ihre Rettung und verspricht ihnen zur Belohnung das Schiff als Raseninsel für Münster dazulassen. Zur Rettung steht ein Kanu mit Steuerfrau zur Verfügung, welche aber in Eile ist, da sie ihre Fracht und die Schiffskarte zur Orientierung verloren hat. Die Kinder bieten ihre Hilfe an und machen sich auf die Suche nach dem Material. Überglücklich überreicht die gerettete Kapitänin den Kindern wertvolle Kapitänsretterorden und lädt alle zu einem Festmahl ein. Die Kanutin macht sich wieder auf den WEG ins Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt RUHR 2010. Hier gibt es viel Kunst und Kultur zu entdecken und ein Treffen der Künstler und Künstlerinnen der EMSCHERKUNST 2010, die ihre Kunst auch auf besondere ORTE im öffentlichen Raum beziehen.
Um den Weg von der Schule zum Kunstwerk zu finden, beschäftigte sich eine Schülergruppe im Vorfeld mit der Erkundung und Erstellung von Landkarten. Das Projekt „Wegweiser: Orientieren – Beschreiben – Finden“ zielte auf die Wahrnehmung von charakteristischen Wegmarken. Gefördert wurde hierbei das Erkennen und Deuten grafischer Zeichen zur Orientierung auf den Wegen im öffentlichen Raum. In drei Einzelprojekten, unterstützt von den Pädagoginnen der Koala- und der Känguruklasse, wurde mit je 20 Kindern künstlerisch gearbeitet. Kurz vor den Osterferien gab es dann die Eröffnung der Werkschau:
Die „Reisemitbringsel auf dem Sockel“ sind als überdimensionierte Papierobjekte gestaltet und gesammelt auf einen gemeinsamen Sockel gestellt.
Verschiedene Orte wie Schulhof, Supermarkt oder Friseur wurden von der zweiten Gruppe aufgesucht und künstlerisch untersucht. Ortsspezifische Luft wurde in Gläsern eingefangen und das dazugehörige Geräusch aufgespürt. Aus Fundstücken, Skizzenbüchern und akustischen Klappkarten entstand die Luftsammlung „Wie ist die Luft in...? Konservierte Geruchs-Orte“.
Im „Souvenirladen mit Erinnerungskugeln und Ansichtskarten“ haben sich Reisemittel in glitzernden Schüttelkugeln festgefahren. Weiterhin sind collagierte Postkarten über Münster und Umgebung zu sehen
Bei der Ausstellungseröffnung standen im Wechsel immer zwei Kinder aus den jeweiligen Projektgruppen dem interessierten Publikum als „Kunstsprecher“ zur Verfügung.
Im sogenannten „Projektraum“ befindet sich die Dokumentation zur Entwicklung der Ergebnisse mit schwarz-weiß Fotos und beteiligten Objekten.