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Schüler plakatieren Paul-Wulf_Skulptur
MÜNSTER. Mit dem Pinsel gegen die kleinen und großen Ungerechtigkeiten in der Welt - das ist das Motto der 17 Schüler der Wartburg-Grundschule. Sie dürfen die Paul-Wulf-Skulptur am Servatiiplatz neu plakatieren.
Die Schüler drängen sich heftig murmelnd, aufgeregt, Arm an Arm, um die Skulptur. Jeder will als Erstes seinen Brief an den Bauch von Paul Wulf kleisterm - sie alle haben den Münsteranern etwas mitzuteilen: Yoki (7) findet es ungerecht, dass Bäume gefällt werden, weil dort Tiere leben. Leo (7) ist dagegen, "dass Kinder in Afghanistan zu Kindersoldaten werde", weil sie auch Freizeit brauchen, und Merle (10) findet Mobbing unfair. Diese einfühlsamen, kritischen Gedanken richten die Schüler an den verstorbenen Münsteraner Paul Wulf, der unter dem NS-Regime zwangssterilisiert wurde. Dr. Bernd Drüke vom Freundeskreis Wulf, rief gemeinsam mit der Schule das Projekt ins Leben. Wulf war im Unterricht Thema, weil er im Mai dieses Jahres 90 geworden wäre.
Die Ungerechtigkeiten, mir denen Wulf zu kämpfen hatte, nahmen die Schüler zum Anlass, sowohl in ihrem eigenen Umfeld als auch global darüber nachzudenken, was sie gerne ändern würden. Jetzt kleben die Sätze zum Schmunzeln und Nachdenken endlich auf der Skulptur, die ursprünglich Silke Wagner für die Ausstellung "Skulptur Projekte 07" entwickelt hat. Die Öffentlichkeit zu erreichen, ist den Schülern wichtig. "Wir wollen mehr Gerechtigkeit", so Robin (10). In den Briefen werden Themen behandelt, die Kinder beschäftigen, wie Streitigkeiten unter Geschwistern, aber auch Wünsche an die Politik: So sollen laut Robin "gefährliche Atomkraftwerke abgeschaltet werden". Zu bewundern ist der Wunschbauch noch vier Wochen lang. kala
Quelle: Münstersche Zeitung vom 06.07.2011