Schulministerin Löhrmann besucht i-Männchen

01.09.2010
Einschulungsfeier

Beim gestenreichen Singen im Einschulungsgottesdienst der Wartburgschule machte Sylvia Löhrmann (3.v.l.) an ihrem ersten Schultag als Schulministerin eifrig mit.(Foto:

Münster-Gievenbeck - Im Klassenzimmer der „Giraffen“ in der Wartburgschule sitzt an diesem Morgen neben Ibo, Marie, Alea und den anderen auch Sylvia. Schultüte, Klassenraum, die neue Lehrerin - das alles hat Sylvia schon einmal vor weit über 40 Jahren erlebt. Aufgeregt ist sie trotzdem, verrät sie. „Heute ist mein erster Schultag als Schulministerin“, berichtet Sylvia Löhrmann den Kindern und Eltern bei der Begrüßungsfeier für die 109 neuen i-Männchen in der Wartburgschule.

Ein Zufall ist es nicht, dass die neue grüne Schulministerin von NRW ausgerechnet zur Einschulung an den Toppheideweg gekommen ist. Die Wartburgschule wurde 2008 wegen ihrer innovativen pädagogischen Konzepte zur besten Schule Deutschlands gekürt. „Ich will durch meinen Besuch ein Zeichen setzen für die Schulpolitik und andere Schulen“, sagt Löhrmann unserer Zeitung. Und spricht dem Pädagogen-Team um Schulleiterin Gisela Gravelaar ein Riesenkompliment aus: „Hier kann man sehen, wie Schule sein sollte.“

„Schule ist mehr als Quälerei“, macht dann auch der Schulchor in roten und blauen T-Shirts mit dem Wartburg-Schulen-Emblem den Anfängern Mut. Und zwei junge Abgeordnete aus dem Schulparlament begrüßen Löhrmann „in unserer schönen Schule“.

Hier wird in einzelnen Lernhäusern unterrichtet, es gibt keine Zensuren, durch den Garten der Wartburgschule schlängelt sich ein Bach, Kinder aus jeweils zwei Jahrgängen besuchen gemeinsam eine Klasse. So sitzt Sylvia Löhrmann nach dem Schulgottesdienst bei den Giraffen zusammen mit den i-Männchen und den Kindern aus dem zweiten Jahrgang, die den ganz Kleinen jetzt beim Eingewöhnen helfen. Als Lehrerin Gabriele Meininger-Terhart mit ihrem Team die „Giraffen“ begrüßt, hat sie also schon erfahrene Unterstützung.

Während hinter verschlossenen Klassentüren die erste Unterrichtsstunde abläuft, trinken draußen Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel Kaffee, essen Waffeln und schaukeln die Schultüten. Mittendrin steht Annette Kemper. Die grüne Schulpolitikerin aus Münster ist mit Parteifreundin Löhrmann noch verabredet. „Münster hat noch mehr kreative Ideen für die Gestaltung von Schulen“, sagt Kemper - und meint damit die Pläne der Grundschule Berg Fidel und der Geist-Hauptschule, zu einer Schule für alle Kinder von der ersten Klasse bis zum Abitur zu fusionieren.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER

Quelle: Westfälische Nachrichten, 01.09.2010