Robinson im Fachwerk

14.12.2017
Christian Kruse erzählt die bekannte und zugleich neu interpretierte Geschichte vom gestrandeten Robinson anhand zweier Puppen. Foto: kbö

Christian Kruse erzählt die bekannte und zugleich neu interpretierte Geschichte vom gestrandeten Robinson anhand zweier Puppen. Foto: kbö

Von Kay Böckling

Münster-Gievenbeck - 

Es ist mucksmäuschenstill, als Christian Kruse die bekannte und zugleich neu interpretierte Geschichte vom gestrandeten Robinson anhand zweier Puppen erzählt. Auch nach einer Stunde sind die Erst- und Zweitklässler der Wartburg-Grundschule wie gefesselt. Ein Indikator dafür, dass der Alleindarsteller des Figuren-Theaters Neumond beim Grundschul-Theatertag des Gievenbecker Fachwerks bei den insgesamt 200 Jungen und Mädchen bestens ankommt.

Die Geschichte um Schulhausmeister Robert Kruse bildet die Rahmenhandlung des Kinder-Theaterstücks. In dessen Hausmeister-Loge lagern herrenlose Fundsachen. Unter anderem findet Kruse ein Buch vom Leben des Seefahrers Robinson Crusoe, der nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel strandet und dort 28 Jahre lebt.

Immer wieder wechselt der Schauspieler zwischen der Robinson-Romantik und dem Leben auf dem Schulhof. Schließlich beschließt auch „Herr Wunderlich“, wie der Hausmeister von den Schülern genannt wird, letztendlich noch mal etwas Neues zu wagen „Eine Abenteuergeschichte, die Mut macht, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und Fremden mit Offenheit und Neugier zu begegnen“, beschreibt Christian Kruse seine Intention.

Der Theatertag für die ersten beiden Jahrgänge der Wartburg-Grundschule hat eine lange Tradition und besteht nach Auskunft von Lisa Schrichten vom Fachwerk-Team seit über zehn Jahren. „Es soll auch denjenigen Kindern die Gelegenheit geben, Theater- und Kultur-Erfahrungen zu machen, die dazu sonst nicht die Möglichkeit haben.“

Schrichten ist bemüht, den Grundschülern stets verschiedene Stilrichtungen anzubieten: „Mal ist es ein Mitmach-Stück, mal etwas mit Figuren oder dann wieder ein musikalisches Stück.“ Die entsprechenden Kinder-Theater kommen meist aus Münster oder der Umgebung.

Diesmal jedoch gibt es eine Ausnahme: Christian Kruses Figurentheater Neumond kommt aus Hannover. Wie kam der Kontakt zustande? Schrichten: „In Fachkreisen ist bekannt, dass wir regelmäßig Kindertheater anbieten. Daher bekommen wir auch zahlreiche Programme, aus denen wir aussuchen.“ Welches Stück zu sehen ist, erfolgt dann in der Regel in Absprache mit den Lehrern oder der Schulleitung.

Kostenlos gastieren die jeweiligen Kinder-Theater natürlich nicht im Gievenbecker Fachwerk. Aus diesem Grund ist aus der jeweiligen Klassenkasse drei Euro pro Kind zu zahlen. „Den Rest stocken wir aus unserem Etat auf“, sagt Schrichten, die sich schon jetzt auf den nächsten Gievenbecker Theater-Zauber im Februar des kommenden Jahres freut, an dem auch andere Schulen aus dem Stadtteil teilnehmen.

Quelle: Westfälische Nachrichten online 07.11.2017