Nachwuchstalente im Tanzfieber

20.05.2015
Kindergruppe vor dem Stadtteilhaus "Fachwerk"

Viel Spaß haben die Kinder der Wartburg-Grundschule bei den Tanzwochen, die von den Tänzern und Choreografen Fitou Senga (hinten l.) und Patrick Decavele (hinten r.) geleitet werden. Die Schulsozialarbeiterin Svenja Reinecker (hinten M.) hatte den Kontakt hergestellt. Foto: eb

Münster-Gievenbeck - Tanzen fördert nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch den Teamgeist. Die Wartburg-Grundschule nutzt das Stadtteilhaus Fachwerk für ein zweiwöchiges Projekt. Von Ellen Bultmann

Fetzige Musik dringt aus der Tenne des Stadtteilhauses Fachwerk und aus dem benachbarten Speicher. Eine Party schon am Vormittag? Nein, die Wartburg-Grundschule nutzt die Räume für ein Tanzprojekt. Unter der Leitung der Tänzer und Choreografen Patrick Decavele und Fitou Senga zeigen die Mädchen und Jungen, welche Power und Bewegungsfreude in ihnen steckt.

Über diese Kooperation mit dem Fachwerk freut sich die Schulsozialarbeiterin und Tanzpädagogin Svenja Reinecker, die den Kontakt zu dem Projekt „Schultanzwochen NRW“ hergestellt hat. Sie bietet Tanzprojekte in Kinder- und Jugendzen­tren an und hat dabei erlebt, wie inspirierend dies für die Kinder ist: „Einerseits fördert das Tanzen durch die Bewegung die Gesundheit. Es stärkt aber auch die sozialen Kompetenzen, weil die Kinder zusammenarbeiten und sich miteinander abstimmen.“ Die Selbstwirksamkeit sei ein weiterer wichtiger Aspekt: „Die Kinder können in solch einem Projekt innerhalb eines Zeitrahmens ihre Möglichkeiten entfalten und ihr Selbstbewusstsein steigern“, ist Svenja Reinecker überzeugt.

Über 200 Kinder der Wartburg-Grundschule haben sich zum Tanzprojekt angemeldet. An sechs Tagen, verteilt auf zwei Wochen, trainieren sie Breakdance, Hip Hop und Modern Dance. Am Freitag gibt es in der Schule eine Aufführung für Eltern und Angehörige.

„Wir wollen die Kinder für das Tanzen begeistern“, erzählt Patrick Decavele. „Sie können hier erleben, dass sie sich zur Musik auf vielfältige Weise bewegen können.“ Für die Choreografie geben die Trainer einen gewissen Ablaufrahmen vor. „Aber die Mädchen und Jungen können ihre Stärken und Elemente wie zum Beispiel das Radschlagen einbringen – je nachdem, was sie schon beherrschen.“ Darauf aufbauend, entwickeln die Kinder schon nach wenigen Trainingseinheiten eine deutlich sichtbare Freude am Experimentieren mit ihren eigenen Bewegungsmöglichkeiten. Svenja Reinecker meint: „Sie spüren das Glückshormon, das ja auch im Sport ausgeschüttet wird.“ Feststellbar sei zudem, dass neue Freundschaften unter Kindern geknüpft werden, die sich zuvor noch nicht kannten.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 20.05.2015