Ein Haus für die Kinder

24.05.2017
Schulfest der Wartburgschule

Kunterbunt und gut gefüllt war das Forum der Wartburg-Grundschule am Dienstag beim Festakt. Die Schule ist seit 20 Jahren am Toppheideweg – außerdem wurde ein Projekt zur Reformation, erkennbar an der Martin-Luther-Figur, abgeschlossen. Foto: anf

Münster-Gievenbeck - 20 Jahre ist es her, dass die Wartburgschule am Toppheideweg ein neues Zuhause gefunden hat. Das wäre schon Grund genug zu feiern. Doch bei der Grundschülern gab es gleich noch einen zweiten Anlass zur Freude.
Von Anna Spliethoff

Seit 20 Jahren werden die Grundschüler der Wartburgschule am Toppheideweg unterrichtet. Für die Schulgemeinschaft war das in dieser Woche ein Grund zu feiern. Am Dienstag gab es einen großen Festakt – und das gleich zweimal. Weil das Forum nicht groß genug ist, wurde der Festakt für je zwei Klassen mit Eltern und Lehrern abgehalten.

Doch an der Wartburgschule gab es noch ein zweites freudiges Ereignis: Das Reformationsprojekt mit dem Titel „Mit festem Stand, mit Herz und Kopf die Welt gestalten“, fand seinen krönenden Abschluss. Insgesamt acht Wochen lang hatten sich die Schüler mit Martin Luther beschäftigt – einige Ergebnisse präsentierten sie beim Festakt.

Am Eingang bekam jeder Besucher ein „Luther-Bonbon“ in die Hand gedrückt – einen bunten Zettel mit einem Spruch darauf. So hieß es dort zum Beispiel: „Wer Gutes tun will, muss es verschwenderisch tun.“ In sieben Gruppen haben sich die Schüler unter anderem mit dem Umgang mit Angst oder auch der Frage beschäftigt, wie jeder die Welt besser machen kann.

Für Schulleiterin Gisela Gravelaar war klar: „Dieses Projekt ist ein Meilenstein.“ Die Lehrer hatten zuvor Fortbildungen gemacht, um mit den Kindern über Martin Luther zu sprechen. Es sei ein Projekt gewesen, dass viel Energie gekostet habe, so die Schulleiterin. Doch sie war sich sicher: „Das wird die Energie sein, die in die nächsten Jahre hineinstrahlen wird. Das Projekt wird ein Mutmacher sein für andere Projekte, die wir noch machen.“

Gisela Gravelaar war vor allem von den Ideen der Kinder beeindruckt und lobte: „Ihr denkt über die große Welt nach.“ An die Eltern appellierte sie: „Es ist wichtig, dass wir die Welt besser machen. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.“


Die zwölf Mädchen und Jungen, die das Schulparlament bilden, berichteten vom Umzug der Schule. 1996 ging es vom Coesfelder Kreuz an den Toppheideweg. „Wir haben durch den Bauzaun gesehen, wie das Gebäude entstanden ist“, erklärte ein Mädchen – auch wenn sie selbst damals natürlich noch nicht dabei war.

Außerdem verglichen die Kinder ihre Schule mit dem Namensgeber, der Wartburg. Sie biete Schutz und Raum, um sich zu entfalten, erklärten die Kinder. Amüsant brachte ein Schüler aber auch auf den Punkt: „Manchmal sind wir auch froh, wenn wir die Burg verlassen können, zum Beispiel wenn Ferien sind.“

Es war ein fröhlicher, ausgelassener Vormittag in der Grundschule. Ein Chor und das Orchester „Kunterbunt“ untermalten die Veranstaltung musikalisch. Dabei durfte auch das Geburtstagslied mit dem Titel „1996“ nicht fehlen. Darin wird auch gesungen, für wen das Schulgebäude vor allem da ist: „Es ist ein Haus für die Kinder.“

Quelle: Westfälische Nachrichten, 24.05.2017