Die beste Schule feiert Jubiläum

24.05.2017
Schulleiterin Frau Gravelaar vor der Schule

Gisela Gravelaar freut sich über das 20-jährige Standort-Jubiläum: Seit zwei Jahrzehnten ist die Wartburg-Grundschule am Toppheideweg beheimatet. Foto: kbö

Münster-Gievenbeck - Sie bekam 2008 die Auszeichnung als „Beste Schule Deutschlands“. Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Wartburg-Grundschule. Ein weiterer war die Zusammenlegung der beiden Lernstandorte vom Coesfelder Kreuz sowie der Michael­schule hin zum Toppheideweg. Das geschah vor 20 Jahren. Mit Redakteur Kay Böckling blickt Schulleiterin Gisela Gravelaar zurück – und natürlich nach vorn.


Frau Grevelaar, 20 Jahre Wartburg-Grundschule am Standort Toppheideweg: Seit wann unterrichten Sie hier?

Gravelaar: Seit 20 Jahren.

Das heißt, dass Sie den Umzug miterlebt haben?

Gravelaar: Nein, Im August war der Umzug, im Dezember habe ich begonnen, hier zu unterrichten.

Seit wann leiten Sie die Schule?

Gravelaar: Seit 2001.

Warum erfolgte vor 20 Jahren der Umzug?

Gravelaar: Die Grundschule war auf zwei Standorte verteilt: Der Halbtagszug war am Coesfelder Kreuz neben der Wartburg-Hauptschule. Der Ganztagszweig war in der Michaelschule untergebracht. Die Anzahl der Kinder in Gievenbeck wuchs und irgendwann reichte der Platz einfach nicht mehr aus.

Wie kam es zu diesem Standort?

Gravelaar: Damals gab es ja den Bereich Südwest – also das Auenviertel – noch nicht. Dieser Standort hier am Toppheideweg war in der Nähe derjenigen Menschen, die hier lebten und hier zur Schule gehen sollten. Es gab das große Toppheide-Viertel auf der einen Seite und den Bereich Alt-Gievenbeck auf der anderen Seite.

Das Konzept der gebundenen Ganztagsschule ist eines ihrer Markeneichen. Könnten Sie es knapp umreißen?


Gravelaar: Zunächst einmal muss man sagen, dass dieses Konzept von meiner Vorgängerin Gertraud Greiling erarbeitet wurde. Es basiert auf dem Ziel, dass Kinder angstfrei lernen können.

Wie wird das Ziel erreicht?

Gravelaar: Kinder brauchen Zeit zum Lernen. Sie brauchen eine Schule, in der Anstrengung wichtig ist, in der aber auch der Entspannung Raum geboten wird. Es ist nicht nur das klassische Lernen, sondern auch das kulturelle Lernen wichtig.

Was bedeutet eigentlich „gebundener Ganztag“?


Gravelaar: Die Kinder sind den ganzen Tag in einer Lerngruppe, der Tag ist rhythmisiert. Die Teams, die die Lerngruppen leiten, bestimmen selbst: Wie lang ist eine Anspannungsphase. Dann folgt eine große Pause. So haben die Kinder immer die Möglichkeit zu spielen, zu lesen oder runter zu kommen. Um anschließend dann wieder konzentriert zu arbeiten. Die gebundene Ganztagsschule hat mehr Zeit für Kinder. Man kann mehr auf die Bedürfnisse der Lerngruppe achten. Wir können die Kinder individuell fördern.

Kommen wir zur Auszeichnung „Deutschlands beste Schule“ im Jahr 2008.?.?.


Gravelaar: Das war etwas Großartiges, was auch einen bleibenden Wert hat. Die Bewerbung auf den Deutschen Schulpreis erfolgte vor dem Hintergrund, dass wir eigentlich nur eine Rückmeldung zu unserem Schulkonzept haben wollten. Wir wollten unsere Schule von außen evaluieren lassen.

Dass dabei ein Preis herausspringt.?.?.

Gravelaar: Damit hat keiner gerechnet. Wir haben dann Schritt für Schritt gefeiert: Als wir unter die ersten 50 Schulen kamen, dann unter die ersten 20, und schließlich als uns die Jury besucht hat. Und natürlich nach der Auszeichnung.

Sie sprachen den bleibenden Wert an: Wie sieht der aus?

Gravelaar: Die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Uns wurde bescheinigt, dass wir in allen Bereichen exzellente Arbeit machen. Das betrifft die Individualität, die Inklusion, um nur zwei Aspekte zu nennen.

Wo sehen Sie die Wartburgschule in den nächsten 20 Jahren?

Gravelaar: Ich sehe sie als Schule, die bis Jahrgangsstufe 13 geht. In der das Konzept von Klasse eins bis durchgängig Klasse zehn weiterentwickelt wird. Wo es nicht mehr den Bruch nach Klasse vier gibt.

Aber dafür bedarf es räumlicher Ressourcen.?.?.


Gravelaar: Wir möchten gerne einen Campus. In 20 Jahren – glaube ich – ist dieser Campus da.


Quelle:Westfälische Nachrichten, 19.05.2017