Übergabe des Friedensbuches
Foto: Matthias Ahlke

Münster - Arm in Arm stehen Jungen und Mädchen auf dem Domplatz - gemeinsam singen sie Friedenslieder. Das 20. Kinderfriedenstreffen war wieder einmal ein buntes Fest, mit dem die Grundschüler ein Zeichen gegen Krieg setzten.
Von Anna Spliethoff

"Wir wollen versuchen, wieder in der ganzen Welt Frieden zu bekommen", sagt Laurenz. Der Achtjährige besucht die Matthias-Claudius-Schule - und setzt am Dienstag ein Zeichen gegen Krieg. Zusammen mit etwa 1400 anderen Mädchen und Jungen nimmt Laurenz am Kinderfriedenstreffen auf dem Domplatz teil.
Es ist stürmisch, graue Wolkenberge türmen sich am Himmel. Die Mädchen und Jungen lassen sich die Stimmung aber nicht verderben. Arm in Arm stehen die Kinder - sie sind unterschiedlichster Herkunft - vor dem Dom. Gemeinsam singen sie. "Wir sind Kinder einer Welt", heißt es in einem Lied. Und genau in dem Moment reißt die Wolkendecke auf und die Sonne lässt den Platz erstrahlen.
"Es ist friedensmäßig viel los in der Stadt", freut sich Rixa Borns. Die ehemalige Leiterin der Matthias-Claudius-Schule organisiert das Kinderfriedenstreffen schon seit Beginn. Vor 20 Jahren wurde es zum Anlass des 350. Jubiläums des Westfälischen Friedens ins Leben gerufen. In diesem Jahr suche man auch eine Verbindung zum Weltfriedenstreffen, so Borns: "Die Kinder geben Friedensbotschaften auf Karten mit nach Osnabrück."
"Frieden ist wichtig", findet der achtjährige Linus. "Weil es dann keinen Krieg gibt und die Welt dann fröhlicher ist", sagt der Grundschüler. Auch die drei Freundinnen Ajlen, Alara und Shkurte - alle neun Jahre alt - sind "einfach für den Frieden" auf den Domplatz gekommen, wie Shkurte sagt. "Wir wollen, dass alles gut ist", fügt Alara hinzu.
"Es ist eine tolle Aktion", lobt Bürgermeisterin Karin Reismann. Sie freut sich vor allem über die "Begeisterung, mit der die Mädchen und Jungen dabei sind". Von einigen Schülern bekommt Reismann auch in diesem Jahr das große Friedensbuch überreicht, im Rathaus bekomme es einen besonderen Platz, verspricht sie.
Gemeinsam mit der Band Karibuni singen die Jungen und Mädchen für den Frieden. Einige Kinder mit Migrationshintergrund erklären ihre Friedenswünsche in ihrer Muttersprache. Auf Afghanisch, Russisch, Arabisch oder auch Türkisch teilen die Kinder ihre Wünsche mit, deutsche Mitschüler übersetzten. "Wir wünschen uns Liebe und Frieden", sagt ein Mädchen. Ein Junge erklärt: "Ich wünsche mir, dass alle Kinder der Welt glücklich sind."
Fröhlich und ausgelassen ist es, das Kinderfriedenstreffen. Mit Kreide wird das Wort "Frieden" in verschiedenen Sprachen auf die Pflastersteine geschrieben. Zum Abschluss wurden auch in diesem Jahr weiße Tauben gen Himmel geschickt. Im Gepäck: die Friedenswünsche der Kinder.

Quelle: Westfälische Nachrichten 12.09.2017